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Haselünner SV - SVA Salzbergen 0:7 (0:3) |
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Tore: 0:1 (14.) Richter, 0:2 (15.) Richter, 0:3 (25.) Kopel, 0:4 (47.) Richter, 0:5 FE (50.) Ricken, 0:6 FE (60.) Ricken, 0:7 (71.) Schröder
Gelbe Karten SVA: Schröder
Gelb-Rote Karte: 85. Min, HSV
Aufstellung:
Tor: Wallmeyer
Abwehr: Weitzel, Leifeling, Naber
Mittelfeld: Kopel, Ricken, Kopel, Hilbers, Mense (8. Röwer/ 60. Temmen)
Angriff: Schröder (89. Pieper), Richter
Das Wunder von Haselünne wurde wahr! 7:0 gewann der SVA beim kleinen HSV bei gleichzeitiger 4:0 Niederlage des SUS Darme gegen Raspo Lathen. Damit entschied bei gleicher Tordifferenz die Anzahl der mehr geschossenen Tore. Unglaublich, am letzten Spieltag holte die Alemannia in einem nie für möglich gehaltenen Spiel einen 11 Tore Rückstand auf den Konkurrenten SUS Darme auf und spielt auch im nächsten Jahr auf Bezirksebene. Dieses Spiel wird sicherlich in die Geschichte der SV Alemannia Salzbergen eingehen und noch wochenlang für Gesprächsstoff sorgen.
Im Vorfeld sah eigentlich nur noch Trainer Martin Rautland einen kleinen Hoffnungsschimmer auf den Klassenerhalt und heizte seinen Jungs vor dem Spiel so richtig ein. Für ständige Infos aus Darme sorgte Thomas Schulten der sich, wie erst nach dem Spiel klar wurde, in die Höhle des Löwen wagte.
Vom Anpfiff weg spielte der SVA wie entfesselt und hatte durch Gerrit Schröder nach nur 6 Minuten die Chance auf die 1:0 Führung. Nach einer getimten Flanke von Christian Möller auf den langen Pfosten stand Schröder völlig frei aber er verpasste mit seiner Volleyabnahme knapp das Tor.
Einen kleinen Rückschlag musste der SVA aber schon früh verkraften. Sven Mense konnte verletzungsbedingt ab der 8. Spielminute nicht weiterspielen und musste durch Andreas Röwer ersetzt werden.
Passend zu dieser Partie leitete der zuvor eingewechselte aber in der 14. Spielminute den ersten Treffer der Alemannia ein. Per Einwurf bediente er den heute glänzend aufgelegten Sven Richter, der sich von seinem Gegenspieler löste und alleine vor dem HSV Torwart die Nerven behielt und den Ball im Netz versenkte (1:0, 14. Min.).
Nur eine Minute später klingelte es schon wieder in Tor der Heimelf nachdem wieder Sven Richter mit einem langen Ball in die Spitze geschickt wurde. Er setzte sich gegen seine Verteidiger und dem Torwart durch und schob den Ball über die Linie zum 2:0 (15. Min.).
In diesem rasanten Tempo konnte und musste es weitergehen um den Hoffnungen weiter Nahrung zu geben. Gleichzeitig kam die Kunde aus Darme, das Lathen mit 1:0 in Führung gegangen war.
Die Alemannia warf weiter alles nach Vorne. Der kleine HSV kam überhaupt nicht zum Zuge und wurde förmlich überrannt.
So gelang dem SVA in der 25. Spielminute der dritte Treffer dieser Partie. Sven Richter ging über die rechte Seite durch und legte den Ball im Sechzehner zurück auf den nachgerückten Thomas Kopel, der die Kugel ganz sicher zum 3:0 ins Tor versenkte.
So langsam wurde die Stimmung im Haselünner Stadion immer nervöser, denn auch Lathen unterstütze den SVA und ging mit 2:0 in Führung.
Die Salzbergen Spieler und die Anhänger des SVA, die heute nicht die gewohnt in Überzahl am Platz waren aufgrund der mehr als schlechten Ausgangsposition der eigenen Elf, puschten sich immer weiter nach Vorne. Es war knapp eine halbe Stunde gespielt und die Fans hatten den Jubel zum 4:0 schon auf den Lippen. Abermals Sven Richter leitete die Hundertprozentige ein. Vom Außen gestartet legte er wie zum 3:0 das Leder quer am Fünfer und sah Gerrit Schröder besser postiert. Schröder hatte nur noch den HSV Keeper zu überwinden aber scheiterte mit seinem Schuss gegen die Laufrichtung am der Fußabwehr der Nummer Eins.
Nach Chance um Chance und schon drei Toren ließ die Kraft beim SVA nach 30 Minuten ein wenig nach und Haselünne konnte sich mehr und mehr befreien.
Jetzt war die Heimelf so richtig am Drücker und wollte sich hier auf keinen Fall abschlachten lassen. Zum Glück war der SVA heute auch in der Defensive mit Christian Weitzel als letzter Mann, Jürgen Leifeling und Florian Naber sehr gut eingestellt. Ein Sonderlob im defensiven Mittelfeld gilt sicherlich Christian Möller, der nicht nur heute, sondern über die ganze Saison immer wieder die Ärmel nach Oben krempelte.
Das Glück des Tüchtigen, was den Alemannen nur allzu oft in dieser Serie fehlte, hatte der SVA in der 38. Spielminute nachdem ein Eckball die Großchance der Heimelf einleitete. Am kurzen Pfosten schloss der HSV Angreifer direkt ab und der Pfosten klärte für den schon geschlagenen Keeper Wallmeyer und auch der möglich gewordene Nachschuss konnte mit vereinten Kräften geblockt werden.
Salzbergen überstand diese kritische Phase bis zu Halbzeit und hatte die Möglichkeit in der Halbzeit neue Energie zu tanken.
So richtig wollte aber noch keiner bei den Fans an das Wunder glauben. Beim Stand von 3:0 in Haselünne und 2:0 für Lathen gegen Darme trennten Salzbergen noch sage und schreibe sechs Tore zum Verbleib in der Bezirksliga.
Salzbergen hatte sich in der Kabine noch mal gesammelt und von Trainer Martin Rautland die richtige Einstellung für die zweiten 45 Minuten mit auf den Weg bekommen.
Mit einem Doppelschlag nach der Halbzeit sorgte der SVA für einen wahren Hexenkessel in Haselünne. In der 47. Minute leitete Gerrit Schröder den Ball per Kopf in den Lauf von Sven Richter weiter. Der schaltete genau richtig und sah, dass der Keeper des HSV zu schnell aus seinem Kasten rauskam. Mit einem gekonnten Lupfer überwand er den Schlussmann und es stand 4:0 für den Gast.
Nur drei Minuten später hatte Kapitän Matthias Ricken die Szenen auf seiner Seite. Mit Ball am Fuß stand er mit dem Rücken zum Tor im Sechzehner der Heimmannschaft. Nach einem unnötigen Tritt von Hinten in die Beine ging Ricken zu Boden und bekam einen berechtigten Strafstoß zugesprochen. Der Gefoulte übernahm selber die Aufgabe vom Punkt und ließ dem HSV Torwart keine Chance (5:0, 50. Min.).
Nach dem auch noch die Nachricht vom 3:0 der Lathener in Darme den Platz in Haselünne erreichte, waren es nur noch drei Tore bis zum Klassenerhalt und noch 40 Minuten zu spielen.
Jetzt wurde es so langsam allen bewusst, dass hier und heute ein Sensation möglich war.
Der HSV hatte mit sich selbst am meisten zu kämpfen, es rumorte ordentlich innerhalb der Truppe und an der Außenlinie reagierte Trainer Schultjans und wechselte gleich drei Spieler auf einmal.
Der SVA war aber auch durch die sichtbare Verstärkung des Gegners nicht zu stoppen und preschte weiter nach Vorne.
In der 60. Spielminute brauchte die Alemannia den Zuspruch des Schiedsrichters, denn Matthias Ricken ging über die rechte Außenbahn in den Strafraum des HSV. Ein langes Bein seines Gegners nahm er dankbar an und fädelte ein. Der Pfiff des Referee kam und die Entscheidung Elfmeter stand fest. Ricken traute sich ein zweites Mal und brach die bekannte Regel, der Gefoulte sollte nie den Strafstoß selber schießen, wieder. Der Torwart entschied sich für die richtige Ecke aber der Schuss vom Salzbergener Kapitän war zu platziert. 6:0, der absolute Wahnsinn!
Aber noch reichte es nicht um die Klasse zu halten, der SVA musste auf die Unterstützung von Raspo Lathen in Darme hoffen und selber weiter alles wagen.
Das gerade Gerrit Schröder dem Freitag Abend die Krone aufsetzte, sprach für diese verrückte Partie. In Halbzeit Eins versemmelte er gleich zwei Hundertprozentige und schien schon ziemlich frustriert vor dem Tor. Dann kam die 71. Spielminute, ein langer Ball wurde von Sebastian Hilbers weitergeleitet und Schröder musste vor dem Keeper nur die Nerven bewahren. Sein Schuss ging über den Torwart des HSV hinweg und schlug zentral im Tor zum 7:0 ein.
Jetzt rissen alle Dämme, ein Tor, nur noch ein einziges Tor fehlte der Alemannia.
Dies übernahm aber nicht der SVA sondern nur wenige Minuten später übermittelte Thomas Schulten die frohe Kunde aus Darme. Raspo Lathen hatte dem SUS Darme das vierte Tor eingeschenkt und das Spiel war bereits abgepfiffen, da die Partie in Lingen gut 10 Minuten früher angepfiffen wurde.
Damit war der SVA durch, wenn es bei diesem Zwischenstand blieb. Jetzt hielt es keinen mehr auf den Bänken aber man versuchte das Ergebnis aus Darme nicht an alle Spieler der Alemannia durchdringen zu lassen um die Konzentration hoch zu halten, denn Haselünne gab sich ganz und gar nicht auf. Bis zur letzten Minute versuchten sie nicht als die Deppen der Liga dazustehen und sich bohrenden Fragen nach so einer Partie stellen zu müssen.
Aber heute stand die Null beim SVA und der Schiedsrichter pfiff pünktlich nach 90 Minuten ab.
Alle Beteiligten kannten kein Halten mehr und stürmten auf den Platz um die Mannschaft zu feiern. So etwas hatte es sicherlich in der ganzen Geschichte des Fußballs noch nicht gegeben.
11 Tore am letzten Spieltag aufgeholt und damit den Verbleib in der Bezirkliga gesichert.
Für die Verlierer des Tages kam es ganz dick. Die Spieler des Haselünner SV mussten sich noch auf dem Platz vom Trainer und Vorsitzenden zusammenstauchen lassen und viele verließen mehr als wutentbrannt den Platz. Direkt nach diesem nervenaufreibenden Spiel erklärte HSV Trainer Schultejans sogar seinen Rücktritt, was sich aber später in eine Bedenkzeit umwandelte.
Ein Wort noch zum Neukreisligisten aus Darme. Sicherlich sind nach dem Spiel Spekulationen über eine angeblichen Manipulation der Partie hochgekocht aber so schwer wie es zu glauben ist, der SVA war heute diese 7 Tore besser als der HSV.
Man sollte den SV Alemannia Salzbergen einfach nie abschreiben!
Jetzt können wir uns alle auf eine mehr als attraktive Spielzeit 07/08 freuen mit Gegner wie der FC Schüttorf 09 und den FC Schapen.
CS
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